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Doktorandin des Promotionsprogramms hat ihre Dissertation erfolgreich abgeschlossen

Lisa Freudenberger ist bereits die zweite Doktorandin des Promotionsprogramms, die ihre Dissertation mit der der Verteidigung ihrer Doktorarbeit am 6.11.2013 abschließen konnte. Die Verteidigung der Dissertation, die eine ökosystem-basierte Anpassung von Priorititätensetzung in Naturschutz an den globalen Wandel zum Ziel hatte, wurde in Potsdam durchgeführt. An der Verteidigung nahmen sowohl die Mitglieder der Prüfungskommission als mehrere Mitarbeiter aus Potsdam und Eberswalde teil.


Foto: Lisa Freudenberger mit der Prüfungskommission (Personen von links: T. Heineken, H. Wiggering, W. Cramer, F. Jeltsch, A. Walz, L. Freudenberger, A. Kupfer, P. Ibisch, R. Tiedemann, J. Joshi)

Bereits im letzten Jahr hatte auch Nicola Dolgener erfolgreich ihre Doktorarbeit verteidigt. Ihr Thema hatte zum Ziel die Populationsstrukturen der vom Aussterben bedrohten Rotbauchunke (Bombina bombina) in Brandenburg zu untersuchen. In der Arbeit wurde außerdem die Bedeutung verschiedener ökologischer Parameter für die Verbreitung der Unke und ihrer genetischen Diversität heute und in der Zukunft unter Annahme von Klimawandelszenarien untersucht.

Wo Straßen und Verkehr der Natur keine Ruhe geben

Straßen und Verkehr wirken sich auf unsere Landschaft in vielfacher Hinsicht aus. Straßenlärm, getötete oder verletzte Tiere, die Zerschneidung von Populationen unserer Flora und Fauna und der Verlust ihres Lebensraums beschäftigen Naturschützer schon seit langem. Diese negativen Einflüsse waren jedoch bisher nur schwer zu beziffern. Eine jüngst in der renommierten Zeitschrift Landscape Ecology erschienene Studie zeigt nun einen Weg zur Bewertung von Störungen durch Straßen und Verkehr auf. Ein neu entwickelter räumlicher Index der Störung durch Straßen (SPatial ROAd Disturbance Index, SPROADI) erfasst hierfür sowohl die Straßendichte als auch die Intensität des Verkehrs.

Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin in Brandenburg: Eine Autobahn von Berlin zur Ostsee verläuft durch das größte verbleibende Gebiet mit naturnahen Buchenwäldern im europäischen Tiefland (Foto: Pierre Ibisch).

Als Testgebiet wählte das Forscherteam des Zentrums für Ökonik und Ökosystemmanagement (Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde und Writtle College, Großbritannien) das Bundesland Brandenburg, das als ländliche Region in direkter Nachbarschaft zu Berlin große Unterschiede in ihrer Straßen- und Verkehrsdichte aufweist.

Eine neue globale Karte zeigt die Funktionstüchtigkeit von Ökosystemen

Eine neue Studie geht der Frage nach, welche Gebiete auf den Kontinenten der Erde die beste “Funktionstüchtigkeit“ aufweisen. Sie sind von zentraler Bedeutung für die Nachhaltigkeit der Biosphäre und sie sind die auch die Gebiete, welche die meisten Dienstleistungen für den Menschen bereitstellen. Gerade im Hinblick auf den Klimawandel verdienen die außergewöhnlich funktionstüchtigen Ökosysteme einen besonderen Schutz.

Ökosysteme nehmen Sonnenenergie auf und wandeln sie in für den Menschen wichtige Ökosystemdienstleistungen um. Sie stellen zum Beispiel Biomasse bereit, die als Nahrung, Konstruktionsmaterial oder Energieträger genutzt werden kann, aber sie regulieren auch das Klima und speichern Wasser. Für die Bereitstellung von Ökosystemdienstleistungen sind Grundfunktionen wie Photosynthese und die Aufrechterhaltung von Nährstoffkreisläufen von entscheidender Bedeutung. Ökologische Prozesse führen dazu, dass Energie auf der Erdoberfläche aufgenommen, umgewandelt und abgespeichert wird. Manche Ökosysteme sind diesbezüglich effizienter als andere. Nach aktuellen Theorien und Befunden beruht dies u.a. darauf, dass diese funktionstüchtigen Ökosysteme eine größere Komplexität und Vielfalt aufweisen, wodurch Energie auf unterschiedlichen Wegen abgespeichert und weitergeleitet werden kann. Zudem ist der Gehalt lebender und toter Biomasse von besonderer Bedeutung. Funktionstüchtige Ökosysteme sind auch widerstandsfähiger gegenüber Störungen wie starken Temperatur- und Niederschlagsschwankungen. Funktionstüchtige Ökosysteme haben auch deshalb eine große Bedeutung für den Menschen, da sie die Anpassungsfähigkeit der Natur an Klimawandel regulieren.

 

Buch zu Naturschutz und Klimawandel in Brandenburg

Im Rahmen eines ESF geförderten Drittmittelprojektes an dem auch Doktoranden und Professoren des Promotionsprogramms Klimaplastischer Naturschutz beteiligt waren, ist ein Buch erschienen mit dem Titel "Regionale Anpassung des Naturschutzes an den Klimawandel: Strategien und methodische Ansätze zur Erhaltung der Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen in Brandenburg". Das Buch ist Anfang August 2012 mit einer Auflage von 1.000 Exemplaren erschienen und kann hier heruntergeladen werden. Einen Flyer, der über das Buch informiert, gibt es hier.

Auch Druckexemplare sind kostenlos erhältlich - Kontakt: Stefan Kreft, stefan.kreft@hnee.de.

Der Mensch gestaltet die Natur um. Arten werden seltener oder gehen ganz verloren - andere wandern ein oder werden vom Menschen eingeschleppt. Wälder, Moore, Flüsse und Seen verlieren für den Menschen wichtige Funktionen oder verschwinden gänzlich. Der Klimawandel tritt als neuartige Bedrohung der Natur hinzu. Welche Prioritäten sind nunmehr zu setzen, um vorsorgend negative Wirkungen des Klimawandels abzumildern? Welche Handlungsspielräume sind uns gegeben?

Insensa-GIS, eine neue Software für GIS Daten Analysen, Index Entwicklung, Sensitivitätsanalysen und zur Untersuchung von raumbezogenen Umweltdaten, ist jetzt verfügbar

Am 23. November wurde Insensa-GIS, eine neue Open-Source-Software in einem Workshop von Dennis Biber, dem Entwickler der Software, und Lisa Freudenberger an der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde präsentiert. Die Beta-Version der Software wurde vor kurzem Online veröffentlicht und kann unter http://www.insensa.org heruntergeladen werden.

Obwohl Insensa-GIS speziell für Index Entwicklung und Sensitivitätsanalysen entworfen wurde, bietet die Software einen großen Funktionsumfang an statistischen Analysen für geographische Daten in unterschiedlichen Formaten. Außerdem erlaubt es die Darstellung von Karten, Graphen und statistischen Ergebnissen.

Im Workshop waren verschiedene Mitarbeiter der Hochschule Eberswalde eingeladen ihre ersten Schritte in der Arbeit mit Insensa-GIS zu machen. Während einige der Teilnehmer schon sehr intensiv mit GIS Daten gearbeitet hatten, waren andere weniger erfahren. Trotz der unterschiedlichen bisherigen Kenntnisse, waren alle Teilnehmer in kurzer Zeit in der Lage, selbständig mit der Software zu arbeiten.

Das Promotionsprogramm bei der Jahrestagung der GfÖ

Im Rahmen von zwei Symposien auf der 41ten Jahrestagung der Gesellschaft für Ökologie in Oldenburg stellten die Doktoranden und Professoren des kooperativen Promotionsprogramms „Klimaplastischer Naturschutz“ gemeinsam ihre Ergebnisse vor.

Die Gesellschaft für Ökologie veranstaltet jedes Jahr eine Konferenz für seine Mitglieder und Wissenschaftler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Alljährlich werden die neuesten Ergebnisse aus der Wissenschaft in Form von themenspezifischen Symposien präsentiert. Dieses Jahr fand die Konferenz vom 5. bis zum 9. September 2011 in Oldenburg statt. Unter der Leitung von Pierre Ibisch, Vera Luthardt (Professoren an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde HNEE - FH) und Florian Jeltsch (Professor an der Universität Potsdam) wurden zwei Symposien veranstaltet, bei denen die Teilnehmer des Promotionsprogramms ihre Ergebnisse der letzten zwei Jahre präsentierten. Ergänzend nahmen Wissenschaftler der Nachwuchsforschergruppe „Regionale Anpassungsstrategie an den beschleunigten Klimawandel – Ökosystemare Dienstleistungen / Biodiversität“ der HNEE und anderer Projekte und Institutionen teil.

Feierliche Eröffnung des Zentrums für Ökonik und Ökosystemmanagement

Der Fachbereich für Wald und Umwelt läutete heute in seiner Zusammenarbeit mit dem Writtle College eine neue Ära der Internationalisierung ein.

Der Fachbereich für Wald und Umwelt der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde und das englische Writtle College, Partner der Universität Essex, stellten heute im Wilhelm-Pfeil- Auditorium auf dem Waldcampus ihr neues Kooperationsvorhaben vor: die Gründung des Zentrums für Ökonik und Ökosystemmanagement (Centre for Econics and Ecosystem Management). Zur Eröffnung kamen viele Hochschulangehörige, Studierende, Medienvertreter und interessierte Gäste.

Unterschrift des Memorandum of Understanding. Präsident Prof. Vahrson (Eberswalde) zusammen mit den Gründern Dr. Hobson (left) and Prof. Ibisch (right).

Veröffentlichter Artikel: Current models broadly neglect specific needs of biodiversity conservation in protected areas under climate change

Faktoren wie zunehmende Bevölkerungsdichte, intensive Landnutzung, invasive Arten und Habitatfragmentierung bedrohen Ökosysteme weltweit. Naturschutzgebiete stellen für viele Arten sehr wichtige Rückzugsgebiete dar. Klimawandel kommt als zusätzliche potentielle Bedrohung noch hinzu und macht auch vor ausgeschriebenen Schutzgebieten keinen Halt. Für einen adaptiven Naturschutz ist es daher sehr wichtig, Effekte von Klimawandel mit in Schutzgebietsmanagementmaßnahmen sowie Schutzgebietsdesign mit einzubeziehen.
Das Ziel dieser Arbeit war es einen Überblick über die vorhandene Literatur zum Thema Schutzgebiete, Klimawandel und Modellierung zu erstellen, um mögliche Lücken und Trends aufzuzeigen sowie Strategien und Richtlinien für zukünftige Ansätze zu erarbeiten.

Sieck, M., Ibisch, P. L., Moloney, K. A. & Jeltsch, F. (2011) Current models broadly neglect specific needs of biodiversity conservation in protected areas under climate change. BMC Ecology, 11:12

http://www.biomedcentral.com/1472-6785/11/12
 

Workshop des Kooperativen Promotionsprogramms „Klimaplastischer Naturschutz“ in der Internationalen Naturschutzakademie auf Vilm

Vom 7. bis 10.12.2010 zogen sich die Doktoranden und Professoren des Kooperativen Promotionsprogramms „Klimaplastischer Naturschutz“ in die Inernationale Naturschutzakademie auf der Insel Vilm bei Rügen für eine Klausurtagung zurück. Neben der Vorstellung der individuellen Promotionsarbeiten wurden allgemein konzeptionelle und organisatorische Punkte besprochen und diskutiert.

Die Insel Vilm gehört seit 1990 zu der Kernzone des Biosphärenrservats Südost-Rügen und beherbergt eine einmalige Vielfalt an Arten und Ökosystemen. Verschiedene Küstenformen auf kleinstem Raum und uralte Eichen und Buchenwälder bieten vielen Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum. Bereits 1936 wurde die Insel als Naturschutzgebiet ausgewiesen und diente zwischenzeitlich als private Ferieninsel für den DDR Ministerrat. Heute werden die einstigen Ferienhäuser von Honecker und Co von dem Bundesamt für Naturschutz und der assoziierten Internationalen Naturschutzakademie genutzt. Über das ganze Jahr hinweg finden hier Seminare und Workshops statt.

Die komplexe Abhängigkeit des Menschen von der Natur wird durch Forschung und Politik nicht angemessen berücksichtigt

Kooperatives Promotionsprogramm beteiligt sich an Studie zur internationalen Konferenz über die Erhaltung der biologischen Vielfalt in Nagoya, Japan: Lösungen müssen radikal sein

Der Schutz funktionierender Ökosysteme ist eine Grundvoraussetzung für ein langfristiges Wohlergehen des Menschen und das Fortbestehen der Zivilisation. Unglücklicherweise wird diese Abhängigkeit von einem Großteil der Menschheit verkannt. Ein neues vom Sekretariat der UN-Biodiversitäts-Konvention herausgegebenes Buch, welches im Rahmen der derzeitig in Nagoya, Japan abgehaltenen 10. Vertragsstaatenkonferenz präsentiert wird, analysiert die komplexen Zusammenhänge zwischen biologischer Vielfalt und menschlicher Entwicklung.

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